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Goerke, Laszlo / Pannenberg, Markus Heft 03/2011
Ist §1a KSchG ein »Nullum«?
Seit 2004 ermöglicht das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) Unternehmen, einen Abfindungsanspruch von 0,5 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr zu schaffen, der den Verzicht auf eine Kündigungsschutzklage voraussetzt. In der juristischen Literatur wird davon ausgegangen, dass Unternehmen die Vorschrift nicht anwenden. Wir zeigen anhand eines theoretischen Modells die Anreize auf, individuell gestaltete Aufhebungsverträge durch ein Vorgehen nach § 1a KSchG zu ersetzen. Dieses kann eine Konzentration der Verteilung der Abfindungsfaktoren um den im KSchG verankerten Wert von 0,5 nach sich ziehen. Unsere semiparametrische Analyse der Verteilung der Abfindungsfaktoren in Westdeutschland für die Jahre 2001-2006 findet Evidenz für eine derartige Konzentration um den Abfindungsfaktor 0,5 nach 2004.
 
Since 2004 the German Protection against Dismissal Act (PaDA) enables firms to grant employees the right to claim severance pay amounting to 50 % of the monthly wage per year of tenure, i. e. based on a severance pay factor of 0.5. This entitlement is contingent on the condition that no labour court suit is filed to challenge the dismissal. In the legal literature it is assumed that firms do not use this regulation. We employ a theoretical model to illustrate the incentives for proceding in accordance with Sec. 1a PaDA. This can compress the distribution of severance pay factors around the value of 0.5. Our semi-parametric analysis of the distribution of severance pay factors for Western Germany during the years 2001-2006 provides evidence for such a concentration around a factor of 0.5 since 2004.

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